Airless-Filter erklärt: Ansaug-, Pumpen- und Pistolenfilter
Verstopfte Düsen, ausfransendes Spritzbild und vorzeitiger Pumpenverschleiß lassen sich meist auf einen Punkt zurückführen: die Filterung. Airless-Geräte fördern Material unter hohem Druck durch immer kleinere Öffnungen – und jede Station dieses Wegs braucht einen eigenen Filter, der eine bestimmte Partikelgröße abfängt. Wer versteht, was jeder Filter leistet, und die Maschenzahl richtig wählt, schützt sein Gerät und erzielt ein sauberes Spritzbild.
Das dreistufige Filtersystem
Airless-Geräte filtern Material in der Regel dreimal, bevor es die Düse verlässt.
1. Ansaugfilter / Saugkorb
Das ist die erste Verteidigungslinie, montiert am Ansaugrohr, wo das Material in die Pumpe eintritt. Es handelt sich um einen groben, robusten Filter, der Schmutz und Feststoffe zurückhält, bevor sie in die Pumpe gelangen, und so Packungen, Ventile und weitere Bauteile schützt. In der Praxis werden diese Filter oft "Steinfänger" genannt, weil sie Klumpen, Farbhaut und Grobpartikel abfangen sollen, die sonst die Pumpeninnereien beschädigen würden.
Der GROG Ansaugfilter ist ein grober Einlassfilter mit 1-Zoll-Anschluss, der der Pumpe als erste Stufe vorgeschaltet wird.
2. Pumpen- / Manifold-Filter
Im Pumpengehäuse sorgt ein zweiter Filter für eine feinere Filterung, bevor das Material in den Hochdruckschlauch gepresst wird. Diese Stufe fängt mittelgroße Partikel ab, die der Ansaugfilter durchgelassen hat, entlastet dadurch den nachfolgenden Pistolenfilter und trägt zu einem gleichmäßigen Druck im Schlauch bei.
Der GROG Pumpen-/Manifold-Filter sitzt nach der Pumpe und übernimmt diese feine zweite Filterstufe.
3. Pistolenfilter
Der letzte Filter sitzt im Griff der Spritzpistole, unmittelbar vor der Düse. Er muss von den dreien der feinste sein, da er die kleinste und am leichtesten verstopfende Öffnung im gesamten System schützt. In der Praxis gelten Pistolen- und Pumpenfilter als ebenso wichtig wie die Wahl der richtigen Düse – selbst vorgefiltertes Material kann noch Staub, Farbhaut oder Herstellungsrückstände enthalten, die eine Düse mitten im Auftrag verstopfen.
Der GROG Pistolenfilter ist als Einsteck-Ausführung für den Pistolengriff erhältlich, in Maschenzahl 60 (0,31 mm Öffnung) und Maschenzahl 100 (0,15 mm Öffnung) – damit sind die beiden gängigsten Anwendungsfälle im Finish-Bereich abgedeckt.
Warum die Reihenfolge entscheidend ist
Progressive Filterung bedeutet: Jede Stufe schützt die nächste vor einer anderen Partikelgröße. Fehlt der Ansaugfilter, riskiert man, dass Grobpartikel die Pumpendichtungen zerstören. Fehlt der Pumpenfilter, gelangen größere Partikel in den unter Druck stehenden Schlauch. Ist der Pistolenfilter zu grob gewählt oder fehlt er, setzen sich selbst feine Rückstände in der Düsenbohrung fest – die Folge sind Nachlaufen, Spritzer oder eine mitten im Auftrag verstopfte Düse. Erst alle drei Stufen, korrekt dimensioniert, halten den Druck stabil und das Spritzbild sauber – vom ersten bis zum letzten Zug.
Maschenzahl passend zum Material wählen
Die Grundregel in der Branche: Dünnflüssigere, niedrigviskose Materialien benötigen feinere Maschen, dickere, schwerere Materialien benötigen gröbere Maschen. Maschenzahlen sind häufig farbcodiert, damit man sie auf einen Blick erkennt.
Maschenzahl · Typische Farbe · Geeignet für
30 Maschen · Grün · Schwere oder körnige Beschichtungen, größere Düsen
50 Maschen · Weiß · Die meisten Dispersionsfarben
60 Maschen · Weiß/Schwarz · Dispersionsfarben und Email-Lacke, häufig mit 0,015″–0,029″ Düsen
100 Maschen · Gelb/Orange · Ölbasierte Farben, Lasuren, Klarlacke, Email-Lacke
180–200 Maschen · Rot · Sehr dünnflüssige Öle, Trennmittel, dünne Email-Lacke
Üblich ist, Pumpen- und Pistolenfilter für einen bestimmten Auftrag auf dieselbe Maschenzahl abzustimmen, damit keine der beiden Stufen zum unnötigen Engpass wird. Wie Düsengröße, Maschenzahl und Beschichtungsart genau zusammenspielen, erklärt der Airless Spritzdüsen- und Filter-Guide.
Maschenzahl vs. Mikrongröße
Die Maschenzahl allein sagt nicht alles aus. Die tatsächliche Öffnungsgröße – oft in Mikron oder Millimeter angegeben – hängt von Drahtstärke und Gewebeart ab. Zwei Filter mit derselben Maschenzahl können sich also leicht unterschiedlich verhalten. Im Zweifel lohnt sich ein Blick auf die vom Hersteller angegebene Öffnungsgröße statt sich allein auf die Maschenzahl zu verlassen – besonders bei Fine-Finish-Arbeiten, wo die Toleranz gegenüber Verstopfungen sehr gering ist.
Wartung und Anzeichen für Verschleiß
Filter sollten regelmäßig geprüft werden, nicht erst wenn ein Problem auftritt. Warnzeichen sind ein an den Rändern ausfransendes Spritzbild, plötzliche Druckschwankungen oder eine Düse, die trotz Reinigung wiederholt verstopft. Gerissenes Gewebe, zusammengedrückte Filterkörbe oder mit eingetrocknetem Material zugesetzte Filter sollten sofort ausgetauscht werden – nicht endlos gespült und weiterverwendet. Ein beschädigter Filter lässt genau die Partikel durch, die er eigentlich zurückhalten soll. Bei unregelmäßigem Spritzbild lohnt sich zusätzlich ein Blick auf den Zustand der Düse; die Anzeichen für Düsenverschleiß im Vergleich zu einem Filterproblem sind im Beitrag Wann sollte eine Airless-Düse ersetzt werden? beschrieben.
Ein vollständiger, sauberer Spritzweg
Filter funktionieren nur als System zusammen mit dem restlichen Setup. Das GROG-Sortiment deckt alle drei Stufen ab – Ansaugfilter, Pumpenfilter und Pistolenfilter – kombiniert mit fünf umkehrbaren Düsenfamilien: Standard, Fine Finish, High Efficiency, Low Pressure und Heavy Duty. Ein Düsenschutz sorgt zusätzlich für Sicherheit an der Düse, während GROG Schläuche bis 227 bar und Pistolen bis 270 bar ausgelegt sind – die Druckreserve, die sauberes, richtig gefiltertes Material braucht, um an der Düse korrekt zu zerstäuben. Die passende Maschenzahl mit der passenden Düse zu kombinieren – und beides sauber zu halten – ist der Unterschied zwischen einem gleichmäßigen Finish und einem ärgerlichen Reklamationsfall.

